Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist eines der ältesten bekannten Naturheilverfahren. Bereits in babylonischen Keilschriften aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. finden sich Hinweise auf den medizinischen Einsatz von Blutegeln. Auch in Europa waren sie schon um 200 v. Chr. zu Therapiezwecken im Einsatz.

Seitdem leisten die kleinen Blutsauger mehr oder weniger durchgehend als medizinische Helfer wertvolle Dienste. Im Unterschied zu anderen ausleitenden Verfahren, wie z.B. dem Aderlass oder blutigem Schröpfen, wird bei der Blutegelbehandlung keinesfalls nur Blut abgelassen.

Wirkung

Der Speichel des Blutegels stellt einen Wirkstoffcocktail dar, der bei jeder seiner Mahlzeiten in den Blutkreislauf des behandelten Patienten gelangt.
Am bekanntesten ist das Hirudin mit seiner gerinnungshemmenden Wirkung.
Durch die Gerinnungshemmung blutet die Bisswunde noch über Stunden nach, was ja gewünscht ist. So kommt es zur großen Entlastung des umliegenden Gewebes und die Selbstheilung kann dadurch besser greifen. Außerdem enthält der Speichel antientzündliche, antibiotische und schmerzlindernde Substanzen.
Verhärtetes Gewebe wird aufgeweicht und es hat eine stimmungsaufhellende Wirkung.

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Anwendungsgebiete

  • Krampfadern
  • Venenentzündung
  • Furunkulose
  • Hypertonie
  • Gelenksentzündung
  • Prophylaxe gegen Schlaganfall
  • Tinnitus
  • schwere Beine
  • Gelenksarthrosen
  • Ischialgie
  • Bandscheibenvorfall
  • Knöchelschwellungen

Anwendung

Die Platzierung des Blutegels ist abhängig von der Art des behandelten Leidens. Mit Einschränkungen lassen sie sich am ganzen Körper ansetzen. Offene Wunden, besonders empfindliche oder schlecht durchblutete Hautareale sollten allerdings nicht gewählt werden.

Der Biss des Blutegels wird von den Patienten gewöhnlich nicht als schmerzhaft empfunden, eher wie ein Mückenstich oder ein leichtes Brennen. Je nach Krankheitsbild werden zwischen zwei bis acht Blutegel angesetzt. Die Egel saugen sich dann ca. 30 -­ 60 Minuten lang voll, um danach von allein abzufallen.

In der Folge kommt es zu einem Nachbluten, das bis zu zwölf Stunden dauert und nicht unterbunden werden sollte. Der Blutverlust bei einer Behandlung mit acht Egeln liegt inklusive Nachbluten bei etwa 200 bis 300 Milliliter.

Die Blutegel werden für diesen einmaligen Einsatz gezüchtet und müssen anschließend fachgerecht entsorgt werden.